3. Platz bei der Le Tour des Stations

Hallo zusammen!

Gestern nahm ich bei der Le Tour des Stations teil. Von diesem Rennen träume ich schon lange und ich wollte unbedingt einmal mitfahren. Die Streckentaten sind mit 85 km und 2.850 Höhenmeter sehr knackig, da hier „nur“ ca. 1.400 Höhenmeter abgefahren wird. Aber alles der Reihe nach. Leider hatte ich am letzten Montag einen Radunfall mit einem PKW, bei dem ich doch einige Prellungen, Schürfwunden davongetragen habe. Die Woche war nicht einfach, aber ich wollte es einfach mal versuchen. Pünktlich um 8.00 Uhr erfolgte dann der Startschuss für das 462 große Mann/Frau Starterfeld. Ich stand schon früh in der Startaufstellung und hatte so Glück, dass ich ziemlich weit vorne losfahren konnte. Gleich nach dem Startschuss „durfte“ ich an erster Stelle fahren und so ging es die ersten 4 km dahin. Jetzt folgte auch schon der erste Anstieg hinauf zum Col du Lein. Hier ging es gute 12 Kilometer und ca. 900 Höhenmeter hinauf. Das Starterfeld war brutal stark und auch sehr international (Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, Holland, Portugal, Spanien, Deutschland,….). Dies bekam ich jetzt gleich zu spüren. Es ging brutal zur Sache. Vorne knallten 2 Fahrer raus mit einer brutalen Geschwindigkeit. Ich versuchte mich in der Verfolgergruppe zu halten. Das Tempo war unglaublich hoch. Nach gut 2 Kilometer Steigung fand ich besser in den Rhythmus und konnte als 3ter Overall fahren. Vor mir die 2 Ausreißer und gute 100 Meter hinter mir die 16 Mann Gruppe. Es war irgendwie ein „Rollerberg“ und ich drückte was ich konnte. Nach vorne wurde das Loch größer, nach hinten blieb es gleich. Die letzten gut 6 Kilometer des Anstieges wurden jetzt deutlich steiler und der Berg zeigte seine Zähne. Gute 2 Kilometer unter der Passhöhe holte mich dann die auf 7 Mann geschrumpfte Verfolgergruppe ein. Ich klemmte mich an die 2te Stelle der Gruppe. Gute 1,5 Kilometer unter der Passhöhe wurde aus der Asphaltstraße, jetzt eine Schotterstraße mit teils sehr ruppigen Abschnitten. Kaum kam diese Straße wurde in der Gruppe attackiert ohne Ende. Jetzt ging nichts mehr im Wiegetritt, jeder saß nur noch, suchte eine gute Linie und drückte was ging. So ging es über den Col du Lein hinweg. Die ersten gut 1,5 Kilometer Abfahrt waren immer noch eine Naturstraße mit Schotter. Einige riskierten alles, einige fuhren normal. Ich klemmte mich an ein Hinterrad und fuhr diesem Teilnehmer nach. Als wir auf Asphalt kamen, dachte ich, dies war es, jetzt wird die Abfahrt besser. Leider nicht, die Abfahrt war brutal, teils Hochgeschindigkeitabschnitte, dann extreme Kurven, dann brutale Löcher im Teer, Fahrbahnen die gebrochen waren,…. Puh dies war ein 12 Kilometer langer Ritt. Irgendwann kamen wir dann unten an. Jetzt harmonierten wir beide sehr gut zusammen und gaben die 15 Kilometer alles. Einen Konkurrenten konnten wir einholen, der dann auch mit uns fuhr. Nach diesen 15 Kilometer folgte dann der nächste Anstieg hinauf nach Nendaz. Dieser hatte gute 19 Kilometer Länge. Jetzt sahen wir auch noch die 3, die mit uns die Passhöhe überquerten. Die beiden Jungs gaben jetzt Vollgas und fuhren die ersten beiden Kilometer in den Berg wie es kein Morgen gab. Puh, ich klemmte mich dahinter, dachte mir aber schon, dass dies fast Selbstmord war. Wir holten die 3 ein und fuhren dann zu 6 weiter. Leider nicht lange, denn jetzt gab es eine Attacke nach der anderen. Irgendwann habe ich auch attackiert, aber kam nicht weg. Die Gruppe zerfiel komplett. Die Temperatur war sehr hoch, der Anstieg total hart, teilweise Rampen mit 33% Steigung,… Ich verlor teilweise den Anschluss an die Gruppe, schaffte Ihn dann wieder,… So ging es mehr oder weniger den Anstieg hinauf. Irgendwann kam dann noch eine kleine Abfahrt, dafür dann wieder eine brutale Steigung,…. Oben in Nendaz war ich dann alleine unterwegs an der 7ten Stelle Overall. Jetzt folgte eine Abfahrt. Hier gab ich nochmals alles und versuchte mich irgendwie noch zu erholen, was aber in dieser Abfahrt nicht möglich war. Unten angekommen wurden wir in einen „Waldweg“ abgeleitet. Ich glaubte nicht mehr an das gute, hier fährt man normalerweise MTB, die Steigungen waren so brutal, dass ich teilweise mit 5 km/h unterwegs war. Schneller ging es nicht, ich drehte mich mehrmals um, aber hinten kam auch keiner, also sollte es den anderen auch nicht besser ergehen, dachte ich mir. Nach ein paar Kilometer brutalster Fahrt durch den Schotter kamen wir dann wieder auf die Asphaltstrecke. Ich war tot, dieses Rennen ist einfach nur brutal schwer, der Schotterteil mit den brutalen Steigungen hat mir noch den Rest gegeben. Als ich auf Asphalt war, waren es noch gute 10 Kilometer hinauf zum Col de la Croix-de-Coeur. Hier litt ich brutal, ich konnte nicht schneller und zählte die Kilometer hinunter. So brutal leiden musste ich schon lange nicht mehr, ich starb einige mal. Der Anstieg gab mir nochmals den Rest, es war brutal hart. Man fuhr jetzt durch Schiorte mit vielen Zuschauer und dann immer weiter den Berg hinauf wie zu einer Alpe. Kehre um Kehre kämpfte ich mich hinauf. Gute 2 Kilometer unter der Passhöhe sah ich vor mir einen Fahrer. Nein dies schaffe ich nicht mehr, dachte ich mir, ich kann nicht mehr. Aber einen Kilometer vor der Passhöhe holte ich Ihn ein und jetzt nochmals Vollgas. Das Rennen endete auf dem Col de la Croix-de-Coeur. Ich schaffte es als 6ter Overall und als 3ter in meiner AK zu finishen. Es ist unglaublich für mich. Mit diesem super Ergebnis hätte ich niemals gerechnet. Ich war total am Ende, dieses Rennen ist brutal schwer, keinen Meter der Strecke kannte ich, keinen Meter der Strecke war Erholung angesagt, es war brutal. Im Ziel war ich überglücklich über das Ergebnis und dass ich gesund finishen konnte. Also wer ein Abenteuer liebt, ist hier genau richtig :-). Danke an den Veranstalter für das tolle Rennen. Vielen Dank an alle Teilnehmer, dass die strengen Covid-19 Regeln eingehalten wurden. Ich denke dies war und wird der letzte Radmarathon für heuer in Europa gewesen sein. Ein paar Fotos sind in der Rubrik –> Fotos –> Rennrad ersichtlich. Vielen Dank an meine Freundin für die tolle Unterstützung. Ich werde versuchen mich jetzt zu erholen und dann schauen wir, wie es weiter geht. Hoffe es läuft so ähnlich weiter, lg und bis bald euer Schmitti

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